Von Gerhard Schneider, 11.11.2009

Kleinunternehmer: Sieben Wege, wie Sie im Ausland an Ihr Geld kommen

Für Maximale Sicherheit:

Weg 1: Die Vorauszahlung

Idiotensicher. Sie bekommen Ihr Geld vor der Lieferung. Unter Umständen fordern Sie eine Vorauszahlungsgarantie ein. Kein Risiko, keine Kosten. Und der Aufwand ist gering. Aber Sie werden es vielleicht nicht von jedem Kunden einfordern wollen.

Kleinunternehmer: Welche Dokumente Sie für ein Akkreditiv brauchen 

Weg 2: Bestätigtes Akkreditiv

Hier holen Sie sich das Zahlungsversprechen der Bank Ihres Kunden. Das gibt diese natürlich nicht ohne weiteres: Sie brauchen zahlreiche Dokumente, und zwar 

  • Handelsrechnung, selten sogar in konsularisch beglaubigter Form (commercial invoice) 
  • Frachtrechnung (freight invoice) 
  • Packliste (packing list) 
  • Ursprungszeugnis, meist beglaubigt durch die Handelskammer im Herkunftsland (certificate of origin) 
  • Ladepapiere oder Transportdokumente
     – Konnossement (bill of lading)
     – Frachtbrief (express courier receipt, airway bill)
     – Abladebestätigung
     – Übernahmebestätigung (forwarders certificate receipt)
     – Versicherungszertifikate oder -policen für Transportrisiken
     – Wechsel für die Refinanzierung bei Nachsichtakkreditiven
     – Qualitätszeugnisse
     – Zertifikate von Reedereien oder Warenprüfgesellschaften, z.B. das Pre-
        shipment-inspection-Zertifikat 

Bei diesem Verfahren haben Sie Kosten für Bestätigung, Auszahlung, Porto und Spesen – und einen hohen Aufwand. Aber dafür kein Risiko. 

Weg 3: Deutsche Bank gibt abstrakte Bankgarantie, ausländische Bank haftet

Bei der abstrakten Bankgarantie durch eine deutsche Bank und die Rückhaftung durch die ausländische Bank Ihres Kunden tragen Sie kein Risiko und haben nur geringen Aufwand. Auf der Kostenseite verbuchen Sie die Verpflichtungskommission für die Garantie.

Kleinunternehmer: Wenn Sie sich mit mittlerer Sicherheit begnügen möchten 

Für mittlere Sicherheit: 

Weg 4: Unbestätigtes Akkreditiv

Ein unbestätigtes Akkreditiv ist entweder zahlbar in Deutschland oder im Ausland. Der Aufwand ist genauso hoch wie beim bestätigten Akkreditiv, Sie tragen die Kosten für Avisierung, Auszahlung, Porto und Spesen. Und deutlich mehr Risiken: 

  • Bankrisiko 
  • Länderrisiko 
  • Währungsrisiko 
  • Transfer- und Dokumentenrisiko 
  • sowie bei Zahlung im Ausland zusätzlich das Postlaufrisiko 

Weg 5: Abstrakte Bankgarantie der Auslandsbank

In diesem Fall zahlt die ausländische Bank Ihres Kunden auf Abruf an Sie. Allerdings: Hierfür gilt ausländisches Recht und auch die Bankgarantie unterliegt meist ausländischem Recht. Sie tragen die Kosten der deutschen Bank für Weiterleitung und Avisierung der Bankgarantie. Aufwand und Risiko sind mittel, im Einzelnen: 

  • Bankrisiko 
  • Länderrisiko 
  • Währungsrisiko 
  • Transfer- und 
  • Postlaufrisiko. 

Keine oder minimale Sicherheit: 

Weg 6: Offene Rechnung

Eine offene Rechnung ist ohne zusätzliche Vereinbarungen sehr unsicher. Sie haben zwar keine Kosten und kaum Aufwand, aber dafür alle Risiken: 

  • Kundenbonität 
  • Währungsrisiko 
  • Transferrisiko 
  • Länderrisiko 
  • Postlaufrisiko 

Weg 7: Dokumenten-Inkasso

In Zusammenarbeit mit den Kreditinstituten tauschen Sie Dokumente gegen Zahlung oder Akzeptanz von Wechseln. Der Aufwand ist gering, Kosten haben Sie keine. Dafür tragen Sie auch hier wieder alle Risiken: 

  • Kundenbonität 
  • Währungsrisiko 
  • Transferrisiko 
  • Länderrisiko 
  • Postlaufrisiko

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