Drei Praxisempfehlungen, wie Sie mit dem richtigen Schmiermittel den Verschleiß messbar verzögern
Beste Qualität, nicht zu viele Sorten und häufige Filterwechsel sind die Maßnahmen der Wahl, wenn Sie etwas für die Langlebigkeit Ihres Maschinenparks tun wollen. Das rechnet sich sehr schnell, selbst wenn am Anfang zunächst einmal höhere Kosten anstehen.
Eine gute Schmierung verringert die Reibung und somit den Verschleiß. Damit stellt sie eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Betriebssicherheit dar. Gerade bei älteren Anlagen oder geringwertigeren Maschinen erweist sich dies oft als schwierig. Hier fehlen oft exakte Schmierpläne mit Angaben für Zeitraum und Schmiermittel. Auch die Ansicht, ein solches System müsse ja nicht so aufwändig gepflegt werden, weil der Wert nicht so hoch sei, erweist sich schnell als trügerisch. Die Kosten im Falle eines Fehlers werden nicht primär durch den Schaden an der Maschine bestimmt, sondern durch Kosten für Ausfall und Ersatzbereitstellung.
So optimieren Sie den Schmierstoffeinsatz
Wie bei vielen Aufgaben stehen auch beim Einsatz von Schmierstoffen verschiedene Interessen im Widerspruch:
Sie wollen die Kosten senken
Das können Sie vor allem mit längeren Wartungszyklen und dem Einsatz von preiswerteren Schmierstoffen erreichen. Das führt aber zu höherem Verschleiß und ruft später eventuell viel höhere Kosten hervor, als Sie eingespart haben.
Vor allem der Einsatz von Billigschmierstoffen hat sich in der Praxis oft als kontraproduktiv erwiesen. Folgen können sein:
- kürzere Wartungszyklen aufgrund der kürzeren Standzeiten,
- dadurch höhere Personalkosten,
- zusätzliche Stillstandszeiten (falls die Wartung nicht im Betrieb durchgeführt werden kann) und
- höhere Entsorgungskosten aufgrund der größeren Menge.
Sie wollen den Verschleiß verringern
Dieser Ansatz ruft zunächst einige Zusatzkosten hervor. Doch diese Ausgaben werden sehr schnell durch die Einsparungen aufgrund der längeren Lebensdauer und der geringeren Ausfallzeiten ausgeglichen.
Drei Maßnahmen gegen Verschleiß
1. Maßnahme: Wählen Sie hochwertige Schmierstoffe
Holen Sie bei verschiedenen Anbietern mehrere Angebote ein. Kaufen Sie dabei möglichst bei einem Experten der Tribologie (Reibungslehre) und lassen Sie sich die Unterschiede erklären. Stellen Sie Mehrkosten und Einsparungen gegenüber.
Praxis-Tipp:
Häufig reichen schon allein die geringeren Kosten für die Entsorgung als Argument. Ermitteln Sie dazu die eingesparte Menge durch die längere Alterungsstabilität. Für genau diese Differenzmenge entfallen die Entsorgungskosten.
2. Maßnahme: Reduzieren Sie die Sortenvielfalt
Oft ist es günstiger, den hochwertigeren Schmierstoff auch dort einzusetzen, wo er gar nicht nötig wäre. Durch die Reduzierung der Sortenvielfalt erreichen Sie aber diverse Vorteile:
- Geringerer Einkaufspreis durch höhere Mengen
- Geringere Kosten durch kleinere Lager
- Weniger Fehler aufgrund von Verwechselung
Praxis-Tipp:
Wenn Sie bei Ihrem Anbieter größere Mengen einer bestimmten Sorte einkaufen, erhalten Sie häufig Zusatzleistungen. Die Lieferung in kundenspezifischen Gebinden ist so ein Service. So haben Sie für jede Maschine gleich die richtige Menge vor Ort. Ihre Mitarbeiter müssen so nicht mehr abmessen. Dadurch sparen Sie Kosten und vermeiden Fehler.
3. Maßnahme: Nutzen Sie Filter und Regeneratoren
Ein Schmierstoff altert vor allem durch die Aufnahme von Schmutzpartikeln und Wasser. Dieses Phänomen lässt sich aber durch Filter und Wasserabscheider hinauszögern. Aber auch Filter altern im Laufe ihres Einsatzes. Sie setzen sich zu und behindern so die Zirkulation des Öls, oder ihre Aufnahmefähigkeit (z.B. bei Magnetfiltern) ist überschritten und sie werden wirkungslos.
Häufig schreibt der Hersteller lediglich einen Filterwechsel bei jedem 2. oder gar 3. Ölwechsel vor. Die zusätzlichen Personal- und Materialkosten sind allerdings oft nur gering. Daher sollten Sie die Filter bei jedem Wechsel des Schmierstoffes mit erneuern. Vor allem, wenn Sie längere Wartungszyklen realisieren konnten.
Praxis-Tipp:
Oft gibt es billigere Papierfiltereinsätze und alternativ dazu teurere Filter aus Keramik oder Metall. Letztere können in der Regel aber recycelt werden. Damit schonen Sie die Umwelt und reduzieren Ihre Entsorgungskosten.
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