Ersatzteillager in der Produktion: Wie Sie Platz und Kosten sparen
Die beiden Ziele, Ihr Ersatzteillager zu verkleinern und gleichzeitig direkt reagieren zu können, stehen in einem widersprüchlichen Verhältnis und fordern von Ihnen die Ermittlung des besten Kompromisses. Für diese Aufgabe bietet sich die Risikoanalyse an, die Ihnen hilft, die Antwort auf zentralen Fragen zu finden
Die beiden Ziele, Ihr Ersatzteillager zu verkleinern und gleichzeitig direkt reagieren zu können, stehen in einem widersprüchlichen Verhältnis und fordern von Ihnen die Ermittlung des besten Kompromisses. Für diese Aufgabe bietet sich die Risikoanalyse an, die Ihnen hilft, die Antwort auf die 3 zentralen Fragen zu finden:
- Welche Teile können zu einem Defekt und einem damit verbundenen Ausfall führen (Risikoidentifizierung)?
- Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit dieses Defektes und wie wirkt er sich aus (Risikobewertung)?
- Welche Gegenmaßnahmen können Sie ergreifen? Wie reagieren Sie auf das identifizierte Risiko (Risikomanagement)?
1. Schritt, um Ihr Ersatzteillager in der Produktion zu optmieren: Erkennen Sie mögliche Risikofaktoren
Besonders bei neuen Anlagen ist es für Sie sehr schwer, eine Aussage über mögliche Ausfälle zu treffen. Hier hilft ein offenes Gespräch mit dem Hersteller. Er wird natürlich nicht gern bekannte Risikopotenziale zugeben. Sprechen Sie ihn deshalb gezielt auf die Auswirkungen möglicher Fehlbedienungen und Überlastungen an. Unter diesen Voraussetzungen kann er mögliche Probleme benennen, ohne sein Gesicht zu verlieren.
Bewerten Sie die Belastungen
Erhöhte Belastungsmomente, die bei der Konstruktion nicht in vollem Umfang berücksichtigt wurden, führen zu erhöhtem Verschleiß oder vorzeitigem Ausfall. Ist die Maschine (oder Teile davon) den folgenden Faktoren in hohem Maß ausgesetzt?
- Druck
- Temperatur
- Reibung
- Torsion
- Biegung
- Feuchtigkeit
- Schmutz
Konzentrieren Sie sich vor allem auf die Anlagen, die Belastungen ausgesetzt werden, die über dem durchschnittlichen Maß liegen.
Beispiel: Sie setzen an diversen Stellen Antriebe desselben Herstellers ein. An 2 Stellen herrschen besonders hohe Temperaturen und eine feuchte Atmosphäre. Daraus ergibt sich für diese beiden Systeme ein erhöhtes Risiko.
Vergleichen Sie ähnliche Anlagen miteinander
Viele Abläufe, auch in unterschiedlichen Maschinen und Anlagen, sind sehr ähnlich und lassen einen Vergleich zu.
Beispiel: Keilriemen mit vergleichbarer Dimensionierung und einer ähnlich hohen Belastung stellen in allen Maschinen ein ähnliches Risikopotenzial dar.
2. Schritt um Ihr Ersatzteillager in der Produktion zu optmieren: Qualifizieren Sie das Risiko
Nachdem Sie ein Risiko identifiziert haben, untersuchen Sie die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Auswirkungen. Ein Risiko kann eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit haben und zu gravierenden Problemen führen. Wenn Sie es jedoch im Vorfeld erkennen können, ist die Gefahr fast gebannt.
3. Schritt um Ihr Ersatzteillager in der Produktion zu optmieren: Setzen Sie die Erkenntnisse in Ihrem Ersatzteilmanagement um
Jetzt verfügen Sie über eine Einstufung der Gefährlichkeit aller Risiken. Hieraus lassen sich in Bezug auf das Ersatzteilmanagement unterschiedliche Kategorien ableiten.
Die Tabelle ist für eine erste Einteilung sehr hilfreich. Ziehen Sie aber weitere Maßnahmen in Betracht, um die Lagerhaltung zu optimieren. Gleichen Sie z. B. alle Maschinen und Anlagen auf identische Ersatzteile ab. Häufig werden diese Teile im Lager mehrfach vorgehalten, weil die Teilenummern der Hersteller nicht identisch sind.
| Auswirkung | Wahrscheinlichkeit | Erkennbarkeit | Beschaffung | |||||
| hoch | gering | hoch | gering | hoch | gering | schwer | leicht | |
| Kategorie 0 | x | x | - | - | x | |||
| Kategorie 1 | x | x | x | - | - | |||
| Kategorie 2 | x | x | x | - | - | |||
| x | x | x | x |
keine Auswirkung der Eigenschaft: -
Kategorie 0: Keine Lagerhaltung notwendig
Kategorie 1:Nur Einzelstückzahlen erforderlich
Kategorie 2: Große Lagerhaltung notwendig
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