Von Günter Stein, 19.05.2009

Fristlose Kündigung und dann auch noch den Resturlaub ausbezahlen?

Urlaubsansprüche nach der Kündigung auszahlen

Die Antwort: Ja, auch wenn Sie es als Arbeitgeberin nicht gerne hören: die Urlaubsansprüche müssen ausbezahlt oder mit Forderungen des Arbeitgebers verrechnet werden. Der Anspruch ist ja unabhängig von den Kündigungsgründen entstanden. Den Kunden gegenüber können Sie argumentieren, dass Sie sich leider von Frau X.  trennen mussten, da es unterschiedliche Auffassungen über den ordnungsgemäßen Geschäftsablauf  gab. Dass diese unterschiedlichen Auffassungen das Thema Ehrlichkeit betreffen, sollten Sie allerdings nicht weiter erzählen.

Kündigung: Tipp fürs Arbeitszeugnis

Tipp fürs Arbeitszeugnis: Die Arbeitnehmerin hat sie als Arbeitgeberin am Arbeitsplatz bestohlen. Dies dürfen Sie zwar nicht explizit schreiben, können aber zum einen durch den Hinweis auf das Beendigungsdatum des Arbeitsverhältnisses darauf aufmerksam machen, dass das Arbeitsverhältnis vorzeitig endete (z.B. „das Arbeitsverhältnis endet kurzfristig am/zum ...“ oder „Das Arbeitsverhältnis endet sofort am ...“ bzw. „… trennten uns am …“). Den Diebstahl selber verklausulieren Sie durch die Formulierung

„… waren wir bis zur Kündigung / Beendigung des Arbeitsverhältnisses von Ihrer Vertrauenswürdigkeit / Ehrlichkeit / Integrität überzeugt.“

Oder auch:

„Frau x. war gegenüber Kollegen ehrlich.“

Damit machen Sie deutlich, dass diese Ehrlichkeit gegenüber dem Unternehmen offensichtlich nicht bestand.

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