Von Günter Stein, 05.03.2010

Zeugnis-Check: So prüfen Sie Arbeitszeugnisse Schritt für Schritt

 

 

  Ja Nein
1. Formalien
  • Ist das Zeugnis äußerlich einwandfrei (Firmenbogen, sauber, keine Rechtschreibfehler, Überschrift)?
  • Sind die persönlichen Daten des Mitarbeiters vollständig und korrekt angegeben?
  • Stimmen die Angaben im Zeugnis inhaltlich und zeitlich mit denen des Bewerbers im Lebenslauf überein?
   
2. Tätigkeitsbeschreibung
  • Sind Beruf und Position genau angegeben?
  • Passen die konkret aufgeführten Tätigkeiten dazu?
  • Hat der Bewerber im Laufe der Zeit zusätzliche Aufgaben übernommen?
  • Ist mit der aktuellen Bewerbung ein Wechsel zu einer höherwertigen Tätigkeit verbunden?
   
3. Leistungsbeurteilung
  • Werden die Leistungen insgesamt und in den einzelnen Aspekten mindestens gut beurteilt?
  • Werden alle für die Tätigkeit wichtigen Aspekte angesprochen (keine „Leerstellen“)?
  • Werden spezielle Fachkenntnisse und besondere Erfahrungen genannt?
  • Gibt es auch konkrete Erfolge?
   
4. Verhaltensbeurteilung
  • Wird das Verhalten intern und extern und in der richtigen Reihenfolge (Vorgesetzte – Kollegen – Mitarbeiter) positiv beurteilt?
  • Gibt es negative Besonderheiten?
   
5. Schlussabsatz    
  • Wird ein nachvollziehbarer Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses angegeben?
  • Spricht dieser für den Mitarbeiter?
  • Gibt es Dank/Bedauern/positive Zukunftswünsche?
  • Endet das Beschäftigungsverhältnis am Monatsende?
  • Weicht das Ausstellungsdatum nicht wesentlich vom Beendigungsdatum ab?
  • Ist das Zeugnis vom Firmeninhaber, einer vertretungsberechtigten Person oder vom Vorgesetzten unterzeichnet?
   
6. Gegencheck
  • Entspricht das Zeugnis den Ausführungen des Bewerbers?
  • Passt die Qualifikation des Bewerbers zur neuen Stelle?
  • Passt das Erscheinungsbild des Bewerbers zur neuen Stelle und in den Kollegenkreis?
  • Passen die Charaktereigenschaften mit Stärken und Schwächen zur neuen Stelle und zu den Kollegen?
   
Kreuze bei „Nein“ sollten Sie zum Nachhaken oder auch zur Ablehnung veranlassen. Die übrigen Bewerber kommen in die engere Wahl.    

 

Tipp:

Ein Anruf beseitigt alle Zweifel

Unklarheiten im Arbeitszeugnis beseitigen Sie am einfachsten durch einen Anruf beim ausstellenden Arbeitgeber. So gehen Sie vor:

  • Beginnen Sie mit leichten, unverfänglichen Fragen, etwa nach der genauen Tätigkeit.
  • Schildern Sie in Bezug auf die heiklen Punkte Ihre Eindrücke und bitten um eine Kommentierung. („Wie sehen Sie das?“)
  • Wenn die Antwort nur zögerlich kommt, gibt es wahrscheinlich Negatives zu berichten.
  • Mit Zwischenfragen erleichtern Sie Ihrem Gegenüber die Antwort. („Sie zögern. Kann es sein, dass es Probleme bei ... gegeben hat?“)
  • Sind Sie unsicher, ob Sie die Auskünfte richtig interpretieren, haken Sie noch einmal nach. („Für mich hört sich das so an, als ob ... Sehe ich das richtig?“)
  • Stellen Sie unbedingt folgende Fragen:„Warum hat er Ihr Unternehmen verlassen?“ und „Würden Sie ihn wieder einstellen?“

Tipp: Bitten Sie den Bewerber um sein Einverständnis, bevor Sie bei früheren Arbeitgebern anrufen. Dann darf Ihr Gesprächspartner auch Auskünfte geben, die über das Arbeitszeugnis hinausgehen.

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