5 Tipps, wie Sie Präsentismus in Ihrem Team erkennen und gezielt bekämpfen können
Gesundheit ist längst nicht mehr die Privatsache Einzelner, sondern ein harter Wirtschaftsfaktor. Zahlreiche Studien belegen: Unternehmen, die betriebliche Gesundheitsförderung betreiben, erzielen einen finanziell messbaren Vorteil.
5 Tipps, wie Sie Präsentismus in Ihrem Team erkennen und gezielt bekämpfen können
Gesundheit ist längst nicht mehr die Privatsache Einzelner, sondern ein harter Wirtschaftsfaktor. Zahlreiche Studien belegen: Unternehmen, die betriebliche Gesundheitsförderung betreiben, erzielen einen finanziell messbaren Vorteil. Deshalb tragen Sie als Führungskraft Verantwortung für die Mitarbeiter-Gesundheit, die Sie als wertvolle Ressource begreifen sollten. Krankheitsfälle sind ein Signal für ein ineffizientes Arbeitsumfeld.
5 Tipps, wie Sie Präsentismus in Ihrem Team erkennen und gezielt bekämpfen können
Ihr Führungsstil kann die Arbeitsfreude erhöhen und das Betriebsklima verbessern. Sie als Führungskraft sind Vorbild für Ihre Mitarbeiter. Sie beeinflussen wesentlich Motivation, Engagement, Wohlbefinden und Gesundheit Ihrer Mitarbeiter.
Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, nicht nur die Belastungen im beruflichen Umfeld zu reduzieren, sondern auch die Ressourcen und den Umgang mit Stress bei jedem einzelnen Mitarbeiter zu stärken.
Achten Sie bei Ihren Mitarbeitern und auch bei sich selbst auf Anzeichen, die den Präsentismus belegen, etwa folgende: Präsentismus-Symptome:
- Ungewöhnlich viele Überstunden
- Schlafstörungen, Nervosität, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen
- Unzuverlässigkeit, Unpünktlichkeit oder geplatzte Termine, Nachlässigkeit, Vergesslichkeit und zunehmende Fehlerhäufigkeit
- Medikamentenkonsum: Laut einer Studie der DAK (Februar 2009) nehmen 4 von 10 Beschäftigten leistungssteigernde Medikamente und Stimmungsaufheller ein, um den Belastungen am Arbeitsplatz gewachsen zu sein
- Alkoholmissbrauch: 7 % aller Erwerbstätigen sind alkoholabhängig.
So wirken Sie Präsentismus in Ihrem Team entgegen:
1. Beginnen Sie damit, sichtbar kranke Mitarbeiter konsequent nach Hause zu schicken, wenn Sie Präsentismus in Ihrem Team abbauen oder verhindern wollen.
Denn auch ein „gesunder“ Umgang mit Krankheit bei der Arbeit ist Führungssache und gehört zu Ihrer Fürsorgepflicht. Vielleicht gehören Sie selbst ja auch zu den „Extremjobbern“, weil vor allem Führungskarrieren nicht ohne Präsenz und Überstunden funktionieren. Auf lange Sicht tun Sie aber weder sich selbst noch Ihrem Unternehmen einen Gefallen, wenn Sie krank zur Arbeit gehen und dies auch von Ihren Mitarbeitern erwarten. Wer 2 Wochen lang halb krank arbeitet, kann niemals die volle Leistung bringen. Fehler und Unfälle häufen sich, die Qualität der Arbeit sinkt. Zudem drohen langwierige und chronische Krankheiten.
2. Sorgen Sie bei Ihren Mitarbeitern für eine Arbeitsbelastung auf erträglichem Niveau. Umfangreiche Arbeitsgebiete und der Druck, ständig am Ball und erreichbar zu sein, erschweren es Mitarbeitern, einen gesunden Rhythmus zwischen Spannung und Entspannung einzuhalten. Sorgen Sie für Zeiten, in denen Ihre Mitarbeiter sich ohne schlechtes Gewissen entspannen können:
- Legen Sie fest, in welchen Zeiträumen Ihre Mitarbeiter telefonisch und per E-Mail erreichbar sein müssen. Studien belegen, dass die Kommunikationsflut und daraus resultierende Unterbrechungen (z. B. ständiges Telefonklingeln, E-Mails) sowie die Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit die meisten Mitarbeiter enorm stressen. Ständige Störungen machen sie aggressiv und unproduktiv.
- Machen Sie es möglich, dass Ihre Mitarbeiter die Zeit nach Feierabend ausschließlich für private und familiäre Zwecke und zur Erholung nutzen können.
- Sorgen Sie dafür, dass Mitarbeiter, die krank oder im Urlaub sind, einen Stellvertreter bekommen.
- Appellieren Sie an Ihr Team, Aufgaben nacheinander statt parallel zu erledigen. Bieten Sie notfalls Hilfe bei der Priorisierung von Aufgaben an.
3. Managen Sie die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter. Vielleicht gibt es in Ihrem Unternehmen bereits ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das Vorträge, Schulungen, Trainings und Seminare etwa zu den Themen Rückenschule, Raucherentwöhnung, Stressbewältigung oder Ernährung anbietet. Durch die betriebliche Gesundheitsförderung lassen sich gezielt physische und psychische Arbeitsbelastungen verringern und gesundheitsfördernde Verhaltensweisen der Beschäftigten präventiv stärken.
4. Schaffen Sie einen Gesundheitszirkel. Setzen Sie sich mit Ihrem Team zusammen und fragen Sie, wo Veränderungsbedarf besteht. Anhand von Checklisten können Sie Stressfaktoren reduzieren und Ressourcen gezielt fördern (siehe Checkliste in der Randspalte).
5. Bilden Sie sich selbst weiter. Als Führungskraft wollen Sie den Balanceakt schaffen, für angenehme Arbeitsbedingungen und Motivation bei Ihren Mitarbeitern zu sorgen. Auf der anderen Seite müssen Sie die steigenden Anforderungen und wachsende Arbeitsintensität bei sinkender Personaldecke bewältigen. Dafür brauchen Sie Wissen zu den Themen Stress und Stressvermeidung und den Regeln humaner Arbeitsgestaltung. Inzwischen werden zahlreiche Gesundheits-Coachings und Seminare für Führungskräfte angeboten.
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