Von Wolfram von Gagern, 04.03.2010

Unterweisung: Heuschnupfen - Ein Thema auch für Arbeitsschützer

1. Fast alle Pollenallergiker nehmen Medikamente, die höchstens die Symptome lindern. Viele frei verkäuflichen Pillen, Tropfen und Sprays aber haben den unangenehmen Nebeneffekt, dass sie müde machen und die Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit einschränken – gefährlich beim Bedienen von Maschinen und Führen von Fahrzeugen.

Fazit: Raten Sie allen augenscheinlichen Pollenallergikern, die diese Tätigkeiten ausführen, sich unbedingt ärztlich behandeln zu lassen. Denn nur der Arzt weiß, welche Medikamente für wen die richtigen sind.

2. Ein plötzlicher Niesanfall am Steuer kann nach Angaben von Verkehrsexperten ähnlich verhängnisvolle Folgen haben wie der berüchtigte Sekundenschlaf – für Kraftfahrer ein Grund mehr, bei Heuschnupfen unbedingt zum Arzt zu gehen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Urteil des Amtsgerichts Elmshorn: Danach kann es grob fahrlässig sein, sich mit einer starken Pollenallergie ans Steuer zu setzen. Wer durch einen allergischen Niesanfall einen Unfall baut, riskiert deshalb seinen Versicherungsschutz (Az. 54 C 235/94). Weisen Sie Ihre Kollegen mit Fahrtätigkeiten auf dieses Urteil hin.

3. Und schließlich: Bei 30 % der Heuschnupfengeplagten wächst sich die Allergie innerhalb von 10 Jahren zu einem handfesten Asthma aus – manche sind dann an ihren bisherigen Arbeitsplätzen nicht mehr einsetzbar.

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